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Fronius Notstrom vom PV Point bis zum Full Backup

Fronius Byd Ersatzstrom

Fällt im Winter das Netz aus, entscheidet nicht der Wechselrichter allein, ob im Haus das Licht brennt. Den Ausschlag gibt ein kleines Schaltgerät im Zählerkasten, das entweder von Hand umgelegt wird oder selbst umschaltet. Welche der beiden Varianten zu Ihrem Haushalt passt, zeigt dieser Beitrag.

Ein mehrstündiger Stromausfall im Tal reicht, um den Unterschied spürbar zu machen: Mit Fronius Notstrom laufen Kühlschrank, Heizungspumpe und Router weiter, ohne ihn steht die PV-Anlage trotz Sonne still. Da sich ein netzgekoppelter Wechselrichter bei einem Netzausfall aus Sicherheitsgründen abschaltet, braucht es dafür eine eigene Lösung. Fronius löst das mit einem Baukasten aus drei Stufen, vom einzelnen Stromkreis bis zur Versorgung des ganzen Hauses. Für die große Lösung stellt sich dann die eigentliche Frage, ob ein manueller Backup Switch genügt oder ein automatischer Backup Controller sinnvoller ist. Wir bei PV-24 beraten zu dieser Entscheidung regelmäßig und fassen hier zusammen, was technisch dahintersteckt.

Drei Stufen der Notstromversorgung bei Fronius

Weil Fronius Notstrom modular aufgebaut ist, wächst das System mit dem Anspruch. Manchen Haushalten reicht eine einzelne geschützte Steckdose, andere möchten von einem Blackout so wenig wie möglich merken. Welche Stufe sinnvoll ist, hängt weniger vom Wechselrichter ab als davon, welche Geräte im Ernstfall wirklich laufen müssen.

Die drei Ausbaustufen bauen aufeinander auf. Eine kleinere Lösung schließt den späteren Ausbau zum vollen Fronius Notstrom also nicht aus.

PV Point als einphasige Grundversorgung

Jeder GEN24, ob mit oder ohne Plus, bringt den PV Point bereits mit. Bei einem Netzausfall versorgt er einen einphasigen Ausgang mit bis zu 3.000 VA Dauerleistung.

Angeschlossen wird daran eine Fronius Notstrom-Steckdose oder ein separat abgesicherter Stromkreis, die Steckdose selbst gehört nicht zum Lieferumfang. Für Kühlschrank, Router, Ladegeräte und ein paar Lampen reicht das in vielen Fällen aus.

PV Point Comfort für den Parallelbetrieb

Die Nachrüstplatine PV Point Comfort sitzt im Anschlussbereich des Wechselrichters und hält ihren Stromkreis auch im normalen Netzbetrieb unter Spannung. Der Fronius Notstrom-Kreis dient damit nicht nur dem Ausnahmefall, sondern lässt sich auch im Alltag ganz normal nutzen.

Damit der Kreis geschützt ist, empfiehlt Fronius einen Leitungsschutz von 13 A und einen FI-Schutzschalter Typ A mit 30 mA.

Full Backup für das ganze Haus

Beim Full Backup trennt ein Umschaltgerät das Hausnetz vom öffentlichen Netz, danach übernimmt der Wechselrichter alle Stromkreise. Sobald das Hausnetz getrennt ist, laufen ein- und dreiphasige Verbraucher weiter, bei genug Sonne lädt die Anlage gleichzeitig den Speicher.

Die Fronius Notstromversorgung erreicht hier ihre volle Ausbaustufe. Ohne Batterie und ohne Backup Switch oder Backup Controller ist diese Stufe allerdings nicht umsetzbar.

Welche Wechselrichter Fronius Notstrom unterstützen

Grundsätzlich bietet jeder aktuelle Wechselrichter der GEN24-Familie eine Form von Fronius Notstrom, der Umfang unterscheidet sich jedoch deutlich. Den PV Point haben alle Geräte an Bord. Das Full Backup bleibt den batteriefähigen Plus-Modellen vorbehalten, selbst dort deckt es nicht jede Leistungsklasse ab.

Wo liegt der häufigste Stolperstein? Meist bei kleinen Anlagen. Ob ein Fronius Symo GEN24 Notstrom für alle drei Phasen liefert, hängt an der Leistungsklasse. Die Geräte 3.0 bis 5.0 Plus unterstützen kein Full Backup und bleiben auf den PV Point beschränkt. Echten Drehstrom im Notbetrieb erzeugen erst der Symo GEN24 ab 6.0 Plus und die Serie Verto Plus.

Wechselrichter Full Backup Notbetrieb im Haus
Primo GEN24 und Symo GEN24 ohne Plus nein einphasig über den PV Point
Primo GEN24 Plus ja einphasig
Symo GEN24 3.0 bis 5.0 Plus nein einphasig über den PV Point
Symo GEN24 6.0 bis 10.0 Plus ja dreiphasig, bis 3.680 VA je Phase dauerhaft
Symo GEN24 6.0 bis 12.0 Plus SC ja dreiphasig, bis 4.133 VA je Phase dauerhaft
Verto Plus 15.0 bis 20.0 ja dreiphasig, bis 7.300 VA je Phase dauerhaft
Verto Plus 25.0 bis 33.3 ja dreiphasig, bis 11.100 VA je Phase dauerhaft

Die Werte stammen aus dem Fronius Backup Power Solution Sheet (Stand September 2026). Speicherfähige Geräte verschiedener Hersteller finden Sie gesammelt in unserer Kategorie Hybrid Wechselrichter.

Was der Zusatz Plus beim GEN24 bedeutet

Das Plus steht für die Batterieschnittstelle. Nur diese Geräte können einen Hochvolt-Speicher laden und entladen. Damit der Fronius GEN24 Plus Notstrom auch nachts bereitstellt, muss deshalb ein Speicher angeschlossen sein. Geräte mit dem Zusatz SC liefern laut Datenblatt im Notbetrieb etwas mehr Leistung je Phase.

Backup Switch oder Backup Controller im direkten Vergleich

Beide Geräte erfüllen dieselbe Aufgabe. Sie trennen das Haus bei einem Netzausfall vom öffentlichen Netz, damit der Wechselrichter gefahrlos ein eigenes Inselnetz aufbauen kann. Ob Fronius Backup Controller oder Backup Switch besser passt, entscheidet sich an einer einfachen Frage: Wer legt im Ernstfall den Hebel um?

Montiert werden beide platzsparend im Schaltschrank. Für Fronius Notstrom ist damit keine externe Umschaltbox mehr nötig.

Manuell umschalten mit dem Backup Switch

Der Backup Switch ist ein Drei-Wege-Schalter für bis zu 63 A. Wenn das Netz ausfällt, legt ein Bewohner den Schalter auf Notbetrieb um und nach der Rückkehr des Netzes wieder zurück.

Fronius bietet ihn als 1P/3P-63A mit dreipoliger und als 1PN/3PN-63A mit allpoliger Trennung an. Für Häuser, in denen im Ernstfall fast immer jemand vor Ort ist, ist das die günstigere Form von Fronius Notstrom für das ganze Haus.

Automatisch umschalten mit dem Backup Controller

Der Backup Controller erkennt den Netzausfall selbst, schaltet in den Notbetrieb und nach der Netzrückkehr wieder in den Normalbetrieb. Wenn niemand zu Hause ist, springt Fronius Notstrom damit trotzdem an. Gerade bei Wärmepumpe, Tiefkühltruhe oder Homeoffice gibt das oft den Ausschlag.

Ausgelegt ist das Gerät auf 35 A und laut Fronius auf Wechselrichter bis maximal 20 kW. Wir führen den Fronius Backup Controller in der dreipoligen Ausführung im Sortiment, die allpolige Variante trägt die Bezeichnung 3PN-35A.

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Dreipolige oder allpolige Trennung

Die Kürzel P und PN beschreiben, was beim Umschalten getrennt wird. Dreipolige Geräte trennen nur die drei Außenleiter, allpolige zusätzlich den Neutralleiter. In Österreich ist die dreipolige Ausführung üblich, in Deutschland ist die allpolige Trennung vorgeschrieben. Welche Variante für Fronius Notstrom an Ihrem Anschluss gilt, stimmt Ihr Elektriker vor der Bestellung mit dem Netzbetreiber ab.

Kriterium Backup Switch Backup Controller
Umschaltung manuell per Drei-Wege-Schalter automatisch
Rückschaltung bei Netzrückkehr von Hand automatisch
Maximaler Strom 63 A 35 A
Passende Wechselrichter GEN24 Plus und Verto Plus GEN24 Plus und Verto Plus bis 20 kW
Varianten 1P/3P-63A und 1PN/3PN-63A 3P-35A und 3PN-35A
Preisniveau niedriger höher
Typischer Einsatz Bewohner meist zu Hause, knappes Budget, Verto Plus über 20 kW Wärmepumpe, Homeoffice, häufige Abwesenheit

Neben den beiden Fronius-Lösungen gibt es Umschaltgeräte weiterer Anbieter, die wir in der Kategorie Netzumschaltbox zusammengefasst haben.

Was Fronius Notstrom ohne Batterie leisten kann

Fronius Notstrom ohne Batterie ist möglich, allerdings nur über den PV Point oder den PV Point Comfort. Der Wechselrichter speist den Notstromkreis dann direkt aus den Modulen. Die verfügbare Leistung schwankt mit jeder Wolke, ein anlaufender Kompressor kann den Ausgang kurz überlasten. Mit dem Sonnenuntergang endet die Versorgung.

Für das Full Backup schreibt Fronius dagegen zwingend einen Speicher vor. Technisch ist das nachvollziehbar: Erst die Batterie fängt Lastspitzen ab und hält das Inselnetz bei wechselnder Einstrahlung stabil.

Eine Stärke teilen beide Varianten, denn die Anlage ist schwarzstartfähig. Wenn der Speicher nach einer langen Nacht leer ist, liefert der Fronius GEN24 Notstrom trotzdem wieder, sobald am Morgen genug Licht auf die Module fällt. Parallel lädt er die Batterie auf.

Der Speicher bestimmt, wie lange das Haus weiterläuft

Ob ein Fronius Speicher Notstrom für einige Stunden oder bis zum nächsten Sonnenaufgang bereitstellt, hängt an der nutzbaren Kapazität und am Verbrauch im Notbetrieb. Sobald wir in der Beratung gemeinsam eine Liste der wirklich nötigen Geräte erstellen, klärt sich die Speicherfrage meist schneller als mit jeder Faustformel.

Fronius Reserva und Reserva Pro

Als hauseigener Speicher für Fronius Notstrom dient die Fronius Reserva, die es in vier Größen mit rund 6 bis 16 kWh nutzbarer Kapazität gibt. Für größere Anlagen ergänzt die Reserva Pro das Programm um Kapazitäten bis 32 kWh.

Da sich die kombinierbaren Größen zwischen GEN24 Plus und Verto Plus unterscheiden, lohnt vor dem Kauf ein Blick in die Kompatibilitätsliste. Beide Serien arbeiten mit LFP-Zellen und sind DC-gekoppelt, der Solarstrom gelangt also ohne zusätzliche Wandlung in die Batterie.

BYD Battery-Box am GEN24 Plus

Als Alternative zum hauseigenen Speicher hat Fronius ausgewählte Typen der BYD Battery-Box Premium aus den Serien HVS und HVM freigegeben. Ein Fronius BYD Notstrom-System funktioniert im Ernstfall genauso wie eine reine Fronius-Anlage, auch hier ist ein Backup Switch oder Backup Controller nötig.

Kombinieren Sie nur Typen aus der aktuellen Fronius-Freigabeliste, andere Speicher lassen sich am GEN24 Plus nicht betreiben. Die modular stapelbare BYD HVM eignet sich vor allem für Anlagen, die später erweitert werden sollen.

Kapazität für den Notfall grob abschätzen

Wie viel Kapazität nötig ist, zeigt bei der Auslegung von Fronius Notstrom eine einfache Rechnung. Typische Grundlasten im Notbetrieb liegen etwa in diesem Bereich:

  • Kühl- und Gefrierschrank: etwa 1 bis 1,5 kWh pro Tag
  • Heizungs- und Umwälzpumpe: etwa 0,5 bis 1 kWh pro Tag
  • Router, Handy und Laptop: etwa 0,3 bis 0,5 kWh pro Tag
  • LED-Beleuchtung am Abend: etwa 0,2 bis 0,5 kWh

Für einen Tag Grundversorgung kommen so grob zwei bis dreieinhalb Kilowattstunden zusammen. Wärmepumpe, Elektroherd oder E-Auto verschieben die Rechnung dagegen schnell in den zweistelligen Bereich.

Wo das Full Backup an seine Grenzen stößt

Auch ein Fronius GEN24 Full Backup ist keine unterbrechungsfreie Stromversorgung. Während das Gerät umschaltet, geht im Haus kurz das Licht aus, Computer ohne eigene USV starten neu. Den meisten Geräten macht das nichts aus, einem Server im Homeoffice dagegen schon.

Die zweite Grenze von Fronius Notstrom ist die Leistung. Die Summe aller Verbraucher muss unter dem bleiben, was Module und Batterie gemeinsam liefern können. Zusätzlich zählt die Leistung je Phase. Ein Durchlauferhitzer oder eine Sauna auf einer Phase kann einen Symo GEN24 Plus im Notbetrieb überfordern, obwohl die Gesamtleistung rechnerisch reichen würde.

Zum Fronius Full Backup gehören außerdem ein Fronius Smart Meter und die passende Konfiguration am Wechselrichter. Dort lässt sich unter anderem die Frequenz des Notstromnetzes zwischen 45 und 55 Hz einstellen. Planung und Inbetriebnahme gehören deshalb in die Hände eines Elektrikers, der mit der Anlage vertraut ist.

Welche Fronius Notstrom-Lösung zu Ihrem Haushalt passt

Aus vielen Planungsgesprächen zu Fronius Notstrom haben sich vier typische Ausgangslagen herauskristallisiert. Sie ersetzen keine individuelle Auslegung, geben aber eine erste Richtung:

  • Grundschutz für wenige Geräte: Der integrierte PV Point oder der PV Point Comfort genügt, ein Speicher ist optional.
  • Kleine Anlage mit Symo GEN24 bis 5.0 Plus: Hier bleibt es beim PV Point, ein Full Backup ist technisch nicht vorgesehen.
  • Hauptwohnsitz mit Wärmepumpe, Tiefkühltruhe oder Homeoffice: Backup Controller plus ausreichend dimensionierter Speicher, damit die Umschaltung auch bei Abwesenheit klappt.
  • Knappes Budget oder Verto Plus über 20 kW: Der Backup Switch, sofern im Ernstfall jemand vor Ort ist.

Falls Sie unsicher sind, in welche Gruppe Ihr Haushalt fällt, helfen das Typenschild des Wechselrichters und die Stromrechnung der Wintermonate weiter. Beides zusammen zeigt, welche Stufe technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Nachrüstung, Einbau und Kosten

Damit ein bestehender Fronius Wechselrichter Notstrom für das ganze Haus liefert, reichen bei einem GEN24 Plus mit Speicher meist das Umschaltgerät und ein Termin mit dem Elektriker. Ein Tausch des Wechselrichters ist in aller Regel nicht nötig. Der Einbau ins Hausnetz ist ausschließlich Sache eines konzessionierten Elektrotechnikers, Eigenmontage scheidet hier aus.

Um die Kosten realistisch einzuschätzen, lohnt ein Blick auf die einzelnen Posten. Preislich liegt der Backup Switch deutlich unter dem Backup Controller, beide kosten aber nur einen Bruchteil des Speichers. Einen spürbaren Anteil kann die Elektroarbeit im Zählerkasten ausmachen, vor allem wenn Stromkreise neu sortiert werden. Ein Angebot für Fronius Notstrom sollte deshalb immer Gerät und Montage gemeinsam ausweisen.

Unser Rat für Ihre Notstromplanung

Die Entscheidung lässt sich auf drei Fragen herunterbrechen. Ist ein Speicher vorhanden oder geplant? Ohne ihn bleibt es beim PV Point, ganz gleich, wie groß die Anlage auf dem Dach ausfällt. Muss das Haus auch umschalten, wenn niemand da ist? Dann führt kein Weg am Backup Controller vorbei. Genügt im Ernstfall ein Handgriff, spart der Backup Switch Geld bei gleicher Versorgung im Haus. Am Ende ist Fronius Notstrom damit weniger eine Geräte- als eine Alltagsfrage.

Gern stellen wir als Familienbetrieb aus dem Zillertal mit Ihnen die passende Kombination aus Wechselrichter, Speicher und Umschaltgerät zusammen. Erreichbar sind wir telefonisch, per WhatsApp oder per E-Mail, alle Wege finden Sie unter Kontakt.

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